Ökonomische Ursache des Klimawandels

Aktualisiert: 21. Juli

Der Klimawandel entsteht durch ein Marktversagen!

Der Ausdruck "Marktversagen" mag hart klingen, wird aber in der Ökonomie unter anderem in Bezug auf die zunehmenden Treibhausgase (THG) in der Atmosphäre verwendet. Denn die aktuelle Marktwirtschaft vermag in keiner Form den THG-Ausstoss automatisch zu regulieren.


Wie sieht also das Marktversagen genau aus? Dies und die damit zusammenhängenden externen Kosten wollen wir in diesem Beitrag erörtern. Weiter besprechen wir die Lösung der ökonomischen Ursache des Klimawandels: Internalisierung.

 

Ein heutiger Unternehmer hat ohne Eingriffe von aussen keinerlei Anreize den THG-Ausstoss in der Produktion seiner Waren zu reduzieren. Dies obwohl das Treibhausgas (THG) enorme Kosten verursacht. Über die Folgen und Kosten wie zum Beispiel der Bau neuer Dämme gegen Überschwemmungen, Bekämpfung von Dürren-/Hungerkrisen oder Schutz vor Murgängen haben wir bereits in einem anderen Blog-Beitrag geschrieben. Auf alle Fälle werden die Kosten nicht vom Verursachern - dem Unternehmer - getragen, sondern später von der Allgemeinheit.

Hier sprechen wir vom Marktversagen. Denn es handelt sich hier um externen (Umwelt-)Kosten. Wie im ökonomischen Preis-Mengen-Diagramm rechts ersichtlich, gibt es einen wirklichen Preis (social costs) und den Preis bzw. die Produktionskosten auf dem aktuellen Markt (private costs). Externe Kosten sind die Kosten aus der Produktion eines Produktes oder einer Dienstleistung, welche nicht von den Verursachern getragen, sondern der Gesellschaft oder Dritten auferlegt werden. Für all jene, welche diesen ökonomischen Exkurs nicht ganz verstanden haben hier ein paar Beispiele:


Kohle- & Gaskraftwerke

Bei der Verbrennung von Kohle oder Gasen zur Stromerzeugung werden viele Treibhausgase freigesetzt. Die Folgen und Kosten dieser Gase in der Atmosphäre sind nicht in den Produktionskosten sowie im Marktpreis des Stroms enthalten und werden daher von den Verursachern nicht bezahlt.


Brandrodung für Lebensmittel

Die Kosten des CO2 aus der Brandrodung und des fehlenden Waldes sind nicht in den Preisen von Produkten wie Fleisch, Soja, Bananen oder Kaffee enthalten.




Flugverkehr

Die Kerosinverbrennung fördert den Treibhauseffekt und damit den Temperaturanstieg. Die Airlines übernehmen keine Verantwortung und die Kosten für die Treibhausgase eines Fluges sind weder im Flugticket noch sonst irgendwo enthalten. Es gibt keine Anreize, diese Kosten zu vermeiden.

 

In Zeitungen und der Literatur ist dementsprechend von der Kostenwahrheit oder dem Verursacherprinzip die Rede. Damit sind die waren Kosten inklusive externer Kosten eines Produktes oder Dienstleistung gemeint. Eine Untersuchung des Schweizer Fernsehens SRF hat ergeben, dass die Produktion von Nahrungsmitteln in der Schweiz im Jahr 2018 insgesamt CHF 13.7 Milliarden gekostet hat. Die Konsumenten zahlten beim Kauf der Produkte CHF 7.4 Milliarden, der Steuerzahler subventionierte die Bauern mit CHF 2.8 Milliarden und für die an der Umwelt angerichteten Schäden fallen noch einmal CHF 3.6 Milliarden an.


Auch Teile der Privatwirtschaft haben bereits die oben beschriebene Problematik anerkannt. In einem Beispiel hat der Deutsche Einzelhändler Penny in einer befristeten Aktion einen ihrer Läden in einen "Erlebnismarkt Nachhaltigkeit" verwandelt. Dabei haben sie ersichtlich bei allen Produkten neben dem Verkaufspreis noch die wahren Kosten angeben. Die Kunden mussten an der Kasse aber dennoch nur den üblichen Verkaufspreis bezahlen. Denn Konsumenten sind heutzutage meist nicht bereit, solche Preisaufschläge zu bezahlen. Bei der Airline Swiss kompensierten vor der Corona-Krise lediglich ein Prozent der Kunden die CO2-Emissionen ihres Fluges. Eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts GFK in der Deutschschweiz und der Romandie zeigt: 27 Prozent aller Befragten wollen gar nichts für die Kompensation bezahlen. Weitere 15 Prozent geben an, unter 1 Prozent des Kaufpreises dafür aufwenden zu wollen. Immerhin 35 Prozent würden laut eigenen Angaben zwischen 1 und 5 Prozent bezahlen. Noch grosszügiger zeigen sich nur 8 Prozent.

 

Um zu vermeiden, dass weiterhin in grossen Massen Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen, muss nun nach dem Verbraucherprinzip der Emittent selber für die Kosten der Emissionen zur Kasse gebeten werden. Hier sprechen wir von der Internalisierung externer Kosten in Form eines Carbon Taxing. Nur so entstehen Anreize, dass die Kosten dafür und somit der Treibhausgasemissionen selber eingespart werden.


PayGreen verfolgt genau diesen Ansatz. Wenn mit PayGreen bezahlt wird, werden gemäss dem THG-Fussabdruck Gebühren verlangt. Die Unternehmen haben dementsprechend den Anreiz, Emissionen einzusparen, um Gebühren zu vermeiden. Zusätzlich müssen die Konsumenten nicht mehr bezahlen, weil PayGreen für sie kostenlos ist und die Gebühren für die Unternehmen bereits marktüblich mit derjenigen der Konkurrenz ist. Daher ist im Ganzen keine Verteuerung des Einkaufskorbs zu erwarten.


Bezahlt dementsprechend mit PayGreen, um einen Schritt in Richtung Kostenwahrheit zu unternehmen und das Marktversagen zu bekämpft.

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